SL-Einstieg des Renault-F1-Teams
Das französische Weltmeisterteam plant den kurzfristigen Eintritt in die virtuelle Welt von “Second Life”, um auf diesem Wege noch besser mit seinen Fans kommunizieren zu können. Dies berichtet das Portal Motorsport-Total.com:
“Offenheit und die Nähe zu seinen Fans sind seit je her Eckpfeiler der Philosophie von Renault. So brachte das Team beispielsweise seit 2003 im Rahmen der in mehreren Metropolen veranstalteten Roadshow mehr als 1,5 Millionen Menschen die Formel 1 auf einzigartige Weise nah. Darüber hinaus erlaubt das Weltmeisterteam der vergangenen beiden Jahre Fans während eines Grand-Prix-Wochenendes auf seiner Website einen exklusiven Live-Blick auf die Telemetrie-Daten.
Der Eintritt von Renault in ‘Second Life’ stelle einen weiteren logischen Schritt im Rahmen dieser Philosophie des Teams dar und ermöglicht einen aufschlussreichen Blick hinter die Kulissen. Ziel ist es, einer breiten Öffentlichkeit die Hingabe, das technologische Know-how und das Teamwork näher zu bringen, die für den Erfolg in der Königsklasse des Motorsports nötig sind. Dazu kommen zahlreiche interaktive Funktionen.”
Das Renault-F1-Team konnte sich in den vergangenen beiden Jahren mit Fernando Alonso sowohl den WM-Titel in der Fahrer- als auch in der Teamwertung gewinnen, fährt allerdings in der diesjährigen Formel-1-Saison hinterher und hat nur noch Außenseiterchancen auf eine erneute Titelverteidigung. In “Second Life” will man dennoch seinen Fans und allen Motorsport-Begeisterten einen idealen Treffpunkt bieten, um sich über gemeinsame Interessen auszutauschen und ihre Begeisterung für das Renault-Team und die Formel 1 zu zeigen - auf dem Sim sollen Besucher zu virtuellen Teammitglieder werden können. Der Auftritt wird von der Agentur “Rivers Run Red” realisiert und betreut. Ein genauer Starttermin wurde noch nicht genannt.
Lag, Inventarverluste und keine Teleports…
Wo Licht ist, ist auch Schatten. Deshalb sehe ich mich mal gezwungen auch mal auf die negativen Auffälligkeiten von “Second Life” hinzuweisen. Bei allem Spaß, den kleinen wie großen Erfolgserlebnissen und der mehr oder weniger sinnvollen Kommunikation mit anderen Nutzern werden die Probleme scheinbar immer größer oder wenigstens erhalten sie mehr Aufmerksamkeit. Tatsache ist, daß baldigst der 6-Millionste Account eingerichtet ist (zur Erinnerung: das weitaus unflexiblere “World of Warcraft” hat derzeit ca. 8,5 Millionen - zahlende - Mitglieder; allerdings hinkt dieser direkte Vergleich). Das führt dazu, daß regelmäßig gleichzeitig nahezu 40.000 Residents in SL eingeloggt sind und den vielfältigen Aktivitäten nachgehen. Auch hier zum Vergleich: das Business-Netzwerk XING erreicht derzeit in Peak-Zeiten gerade mal 25.000 gleichzeitig eingeloggte Nutzer.
In den europäischen Abendstunden führt dies dazu, daß immer häufiger nichts mehr geht - ganze Regionen “laggen”, sind also sehr langsam in der Reaktionszeit, selbst einfach Chat-Sessions werden so zum Geduldsspiel. An konstruktive Bauphase ist dann nicht zu denken, zumal auch immer häufiger Inventar verschwindet, wie Linden Labs auch im offiziellen Blog unumwunden zugibt - ärgerlich, wenn man diese Inventarobjekte gerade teuer gekauft hat und diese ohne Nutzen im Datennirvana verschwinden. Merke: virtuelles Geldverbrennen verursacht nichtmals Rauch!
Da ist das Problem der fehlerhaft oder überhaupt nicht funktionierenden Teleports in andere Regionen noch das kleinste Problem, es läßt sich meist durch einen “Relog” (Aus- und Wiedereinloggen) beheben.
Was bleibt also? Eigentlich nur die Hoffnung, daß Linden Lab bald die Möglichkeiten findet und nutzt, endlich auch ein europäisches Rechenzentrum zu nutzen. Bislang geht nämlich jeder Traffic durch den Atlantik - schlimmstenfalls noch durch ein katastophales Routing vieler Backbone-Betreiber und ISPs verlangsamt. Erst durch diesen - teuren - Schritt könnte nachhaltig Besserung für europäische Nutzer geschaffen werden, welches auch für weiteres Wachstum Reserven haben dürfte. Das schreibe ich mir also mal auf meinen Wunschzettel - bis Weihnachten sind es ja nur noch 8 Monate.
Beate Uhse kommt - garantiert!
Beate-Uhse.tv, Deutschlands einziger Erotiksender, startet in die virtuelle, multimediale 3D-Welt “Second Life”. Der Erotiksender ermöglicht bereits im TV, Internet oder per mobilem Endgerät, Lust und Erotik in allen möglichen Spielformen zu erleben. Viel mehr Spielraum versprechen sich die Macher dabei von Second Life!
Am 20. April, von 16 - 18.00 Uhr findet die Eröffnungsparty von BEATE-UHSE.TV in Second Life statt. Die Insellandschaft von BEATE-UHSE.TV ist eine Urlaubs-Oase wie Saint Tropez: Palmen, Pool, Sand und Meer. Hier kann jeder mal ein “Günter Sachs” sein oder ein “James Dean”, eine “Ursula Andress” oder eine “Halle Berry”. Clemens Fobianke view-ware-art, SL-Unternehmer in Berlin, hat die Erlebniswelt designed, umgesetzt und betreut diese während des Betriebes. In den drei Beate-Uhse.tv-Towern gibt es multimediales Entertainment - nur für Erwachsene.
Andreas Fischer, Geschäftsführer von Beate-Uhse.tv: “Für uns ist das Arrangement bei Second Life eine Teststrecke. Wir wollen das Rollenspielverhalten und die Fantasiewelt in der Second Life-Gesellschaft erkunden. Dies kann für unsere Programmausrichtung durchaus interessante Ergebnisse liefern. Wir werden in der nächsten Zeit einige Events in Second Life veranstalten und sind gespannt, wer - wie - daran teilnimmt!”
(Quelle: Pressemitteilung via Presseportal.ch)
Der wirtschaftliche Erfolg von SL
Zugegeben, ich bin spät dran - die Meldung ist beinahe einen Monat alt, als sich der CEO von Linden Lab/Linden Research, Inc. - Philip Rosedale - im Interview mit der Financial Times Deutschland über eine wirtschaftliche Kerndaten seines Unternehmens äußerte. So wurde bekannt, daß die Metaversum-Erschaffer zwar im vierten Quartal 2006 erstmals die Gewinnzone erreichen konnten - das rasante Wachstum der SL-Plattform aber im vergangenen Jahr weniger als 11 Millionen US-Dollar Umsatz einbrachte.
Zur Erinnerung: eine Premiummitgliedschaft kostet pro Monat ab 6 USD (beim Jahresvertrag), ein eigener Sim (”Island”) mit 256×256 sqm Fläche kostet einmalig 1.625 USD und fortan 295 USD jeden Monat. Die genaue Anzahl von Sims, die nicht von Linden Lab kontrolliert werden ist nicht öffentlich in Erfahrung zu bringen. Fest steht allerdings, daß Second Life nach Eigenangaben zum Jahreswechsel 2006/2007 ca. 50.000 zahlende Premiummitglieder hatte, die somit für einen Betrag zwischen 499.500 und 3.600.000 USD zum Gesamtumsatz beigetragen haben dürften.
Sorgen um die Zukunft oder das wirtschaftliche Überleben muß man allerdings akut nicht haben, schließlich “hat [Linden Labs] einige prominente Investoren, die dem Unternehmen insgesamt fast 20 Millionen Dollar an Wagniskapital gegeben haben. Dazu gehören Pierre Omidyar, der Gründer von eBay, sowie Jeff Bezos, Gründer und Vorstandschef des Online-Händlers Amazon.com. Ob das Unternehmen für die Zukunft einen Börsengang plant, dazu will sich Rosedale nicht äußern. Nach seiner Vorstellung solle Linden Lab aber ein selbständiges Unternehmen bleiben und nicht verkauft werden.” Auch den krakenartigen Lockrufen des Google-Imperiums möchte Rosedale widerstehen. Nach Angaben der USA Today vom 5. Februar 2007 hat Linden Lab übrigens ca. 140 Angestellte, von denen 28 Ingenieure sind.
